Stadionwurst via App

Am Wochenende startet die neue Bundesliga-Saison und viele Fans stehen vor einem bekannten Problem: Das schnelle Tor nach der Halbzeitpause habe ich verpasst, weil ich am Stadionimbiss noch auf Bratwurst und Bier warte. Im Stadion des Schweizer Fußballclubs Young Boys Bern können die Zuschauer seit dieser Saison per Smartphone-App schon während des Spiels Essen und Getränke bestellen und diese durch Vorzeigen des entsprechenden QR-Codes am Imbiss abholen.

Die Technologie dahinter stammt vom Schweizer Fintech MUUME, das wir in diesem Zusammenhang herzlich als brandneues Fördermitglied im BANKINGCLUB begrüßen möchten. Das Unternehmen digitalisiert alltägliche Konsum- und Shoppingprozesse via App und verknüpft diese mit Bezahlleistungen und Mehrwerten wie Couponing und Produktinformationen sowie bestehenden Loyalty-Programmen. Auf diese Weise sollen alltägliche Konsumhandlungen – also Shoppen, Einkaufen, Bestellen – für den Kunden und den Händler in einem ganzheitlichen Prozess vereint und digital mit dem Bezahlen verbunden werden.

An oben genanntem Beispiel wird ein grundlegender Erfolgsfaktor für Payment-Lösungen greifbar. Es kann niemals nur um das reine Bezahlen gehen. Dem Kunden ist es ziemlich egal, ob er bar, mit EC-Karte, Kreditkarte oder per App bezahlt. Das Geld ist weg und Spaß macht das nur in den seltensten Fällen. Es kommt daher nicht auf den Bezahlvorgang an, sondern um das Drumherum, das gesamte Shopping-Erlebnis, welches in irgendeiner Form einen Mehrwert zur üblichen Vorgehensweise bieten muss. Im Fußballstadion beispielsweise das Vermeiden langer Schlangen durch die zeitliche Auslagerung des Auswahl-, Bestell- und Bezahlvorgangs. In anderen Fällen können Produktinformationen, Coupons oder Loyalty-Programme einen Mehrwert für den Kunden bedeuten.

Den Aspekt der Verbindung der unterschiedlichen Kauf- und Konsumprozesse betont auch Patrick Urban, CMO bei MUUME, welcher die Erfolgschancen eines Angebots davon abhängig macht, ob es dem Kunden ein „digitales Self-Service-Erlebnis“ ermöglicht. Nur wenn nicht das reine Bezahlen im Mittelpunkt eines Services steht, sondern die Mehrwertleistungen für den Konsum des Kunden, kann Mobile Payment nach Ansicht Urbans den Durchbruch schaffen. Es zeichnet sich, wohin die Reise im Mobile Payment gehen könnte, denn auch Anbieter aus dem Bereich Loyalty und Couponing verfolgen diese Herangehensweise, wie kürzlich die Einführung von Payback Pay gezeigt hat.

Bildnachweis: Aksonov via istockphoto.de

Verfasst von
Philipp Scherber

Aktualisiert am:
23. August 2016 / 17:01 Uhr

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